Bautrocknung

Die Wandtrocknung!
Wie schon der Name sehr treffend sagt, definiert eine Wandtrocknung den Trocknungsprozess einer Wand, die durchfeuchtet wurde. Dabei liegt der Unterschied zur vorangegangenen Raumtrocknung auf der Hand, denn bei der Wandtrocknung wird ausschließlich nur die Wand getrocknet, die von einem Wasserschaden betroffen ist. Dabei steht der Aufbau der Wand im Fokus, was nichts anderes bedeutet, als das der Fachmann über profundes Wissen verfügen muss. Er muss eindeutig erkennen, ob er es mit einer voll gemauerten Wand zu tun hat oder ob Hohlräume vorhanden sind. In diesem Kontext ist es gut zu wissen, dass neuere Gebäude und restaurierte Häuser oft mit Trockenbauwänden versehen werden, die unter allen Umständen begutachtet werden müssen. Dabei ist es oft der Fall, dass Gipskartonwände oder ähnliche Materialien, teilweise oder konsequent ganz, entfernt werden müssen. Da der Wasserschaden hier eventuell irreparable Schäden angerichtet hat, muss schnell gehandelt werden, da sonst Schimmelbildung droht. Aus diesem Grunde ist die Kontrolle in puncto Beschaffenheit der Wand besonders wichtig. Die Kontrolle auf einen Schimmelbefall sollte stets von einem Experten vor einer Trocknung durchgeführt werden.

Zur Wandtrocknung sind folgende Trocknungsgeräte geeignet, die bei massiven Wänden eingesetzt werden:
– ein Dunkelstrahler, der sich bei eingrenzbarer Flächentrocknung bewährt
– ein Kondenstrockner, der mit/ohne Luftkissen und Gebläse ausgestattet ist

Leichtbauwände hingegen verlangen nach folgenden Trocknungsgeräten/-methoden:

– einem Kondenstrockner mit Turbine oder Gebläse – unbedingt die Hohlwand belüften
– einem Adsorbtionstrockner Gebläse oder Turbine

Das „A“ und „O“ bei der Wandtrocknung ist der richtige Kenntnisstand über die Beschaffenheit der Wand. Handelt es sich um eine innenliegende Wand oder ist eine Außenwand betroffen? Sind eventuell noch Versorgungsschächte betroffen oder nicht? Häufig kommt es vor, dass innenliegende Wände mit Gipskartonplatten verkleidet wurden oder die Wände in Ständerwerktechnik, die meistens in einem Neubau zu finden ist, errichtet wurden. Altbauten dagegen, verfügen oftmals über Wände, die aus Fachwerk bestehen und mit Lehmschlag bzw. Naturbaustoffen ausgestattet wurden. Es kommt schon vor, dass derartige unebene Wände mit Gipskartonplatten oder sonstigen Baustoffen, die für eine Innenraumsanierung üblich sind, verkleidet wurden, damit überhaupt eine Grundlage für Tapeten und Wandfliesen vorhanden ist. Diese Verkleidungen sind oft gekennzeichnet durch dahinterliegende Hohlräume, die auch einer Feuchtigkeitskontrolle unterzogen werden müssen. Sollte sich in diesen Hohlräumen Feuchtigkeit befinden, kann dies sehr schnell zu einer Schimmelbildung führen, die letztendlich darin endet, dass die vorhandene Bausubstanz auf Dauer beschädigt wird. Daher ist es zwingend erforderlich, die Beschaffenheit betroffener Wände genauestens zu prüfen, um die einzig angebrachte Trocknungsmethode vorzubereiten.

Die Trocknung der massiv gemauerten Wände (verputzte Wand ohne Versorgungsschacht)!
Die Trocknungsmethode hängt hier vom Grad der Durchfeuchtung ab, so dass verschiedene Trocknungsvarianten möglich sind, die wie folgt aufgeführt werden:

– Dunkelstrahler, der zur gezielten und eingrenzbaren Flächentrocknung verwandt wird
– Kondenstrockner, der mit Turbine, Luftkissen oder Gebläse kombinierbar ist
– Adsorbtionstrockner, der mit Gebläse, Luftkissen oder Turbine kombinierbar ist

Die Trocknung der gemauerten Wand mit einer Gipskartonverkleidung!
Hier geht es um die präzise Überprüfung der Verkleidung, denn leicht könnte sich Schimmel dahinter gebildet haben. Sollte dies der Fall sein, muss die Verkleidung an den bereits betroffenen Stellen unbedingt entfernt werden. Hierbei kann es sich sowohl um Holzpaneele als auch um Gipskartonplatten handeln.

Trocknungsmethoden, die mit einer Wandverkleidung möglich sind!

– ein Kondenstrockner, der mit Gebläse, Luftkissen oder Turbine kombiniert wird
– ein Adsorbtionstrockner, der mit Turbine, Gebläse od. Luftkissen kombinierbar ist
Trocknungsmethoden, die bei einer abgenommenen Wandverkleidung möglich sind!

– ein Dunkelstrahler, der zur eingrenzbaren Flächentrocknung eingesetzt wird
– ein Kondenstrockner, der mit Turbine, Gebläse oder Luftkissen kombiniert wird
– ein Adsorbtionstrockner, kombinierbar mit Turbine, Luftkissen oder Gebläse

Die Trocknung von Ständerwänden aus Gipskarton etc.!
Es ist zwingend notwendig, in solch einem Fall die Ständerwand zu öffnen. Anschließend sollte eine Kontrolle der Beschaffenheit des Hohlraumes durchgeführt werden. Sollte noch kein Schimmel sichtbar sein, kann die Wand getrocknet werden. Im anderen Fall muss über die Beseitigung der betroffenen Schimmelstellen nachgedacht werden. Selbst die Kontrolle der Beschaffenheit von Dämmmaterial in der Ständerwand ist notwendig, um sicherzustellen, ob eine Trocknung überhaupt möglich ist. Wenn ja, eignen sich folgende Geräte für eine Trocknung:

– ein Kondenstrockner, kombinierbar mit Turbine, Gebläse oder Luftkissen
– ein Adsorbtionstrockner, kombinierbar mit dto.
Die Deckentrocknung!
Muss eine Deckentrocknung erfolgen, so ist es vordergründig, genauestens über den Deckenaufbau informiert zu sein. Daher ist in solch einem Fall unbedingt ein Fachmann zu Rate zu ziehen, denn Geschossdecken sind sehr variantenreich. So finden sich in älteren Häusern des Öfteren Balkendecken, die mit Lehm oder einer Kohleschüttung versehen wurden. Es ist sehr häufig so, dass diese Geschossdecken im Originalzustand mittels eines Strohgeflechts abgehangen wurden, während nach der Restaurierung Gipskarton etc. verwandt wurde. Die vorhandenen Hohlräume in diesen Decken müssen unbedingt kontrolliert und unter Umständen getrocknet werden.

Die Deckentrocknung benötigt folgende Trocknungsgeräte:

Massive Geschossdecke:
– ein Adsorbtionstrockner mit/ohne Gebläse
– ein Kondenstrockner mit/ohne Gebläse

Abgehangene Geschossdecke:
– ein Kondenstrockner ausgestattet mit Turbine oder Gebläse
– ein Adsorbtionstrockner mit Turbine oder Gebläse

Da es viele unterschiedliche Deckenkonstruktionen in Wohnräumen gibt, muss vor einer Trocknung geprüft werden, welchen Aufbau die durchfeuchtete Raumdecke aufweist. Eine verstärkte Aufmerksamkeit ist dabei auf die Hohlräume, die sich im Deckenbereich befinden, zu legen. Ein einfaches Abklopfen mittels der Hand reicht meistens schon, um einen Hohlraum zu lokalisieren. Sollte sich ein Klopfgeräusch dann hohl anhören, ist mit Sicherheit davon auszugehen, dass hier eine abgehangene Decke existiert. Sollte sich der Wasserschaden in dem Geschoss über der feuchten Decke befinden, so kann es sein, dass austretendes Wasser irgendwie in den Hohlraum gelangt, Wasser bahnt sich schließlich seinen Weg, und Wasserflecken auf der Decke hinterlässt. Im schlimmsten Fall tropft es sogar von der Decke. Deshalb ist es so wichtig, Hohlräume auszutrocknen. Geschieht dies nicht ordnungsgemäß, so kann sich Schimmel unbemerkt ausbreiten und anschließend zu einem größeren Schaden werden. Um einen Überblick zu bekommen, stellen wir an dieser Stelle unterschiedliche Deckenkonstruktionen und ihre Trocknungsverfahren vor:

Die nicht abgehangene Betondecke ohne einen Hohlraum!
Diese Art von Betondecken können ohne Probleme getrocknet werden. Es kann sogar ausreichend sein, in solchen Fällen nur eine Raumtrocknung vorzunehmen. Hierbei bietet sich der Kondenstrockner, kombiniert mit Gebläse, Luftkissen oder Turbine, als Trocknungsmethode an.

Die abgehangene Decke mit einem Strohgeflecht!
Sollte eine Decke ein Stromgeflecht aufweisen, so sollte der Deckenaufbau unbedingt überprüft werden, der sich darunter befindet. Unter ungünstigen Umständen muss vielleicht ein Großteil oder die ganze Decke entfernt werden. Sollte dies nicht der Fall sein, muss zumindest die Hohlraum-Trocknung, sichergestellt werden. Folgende Trocknungsmethoden bieten sich an:

– ein Kondenstrockner, der mit Gebläse, Luftkissen oder Turbine kombinierbar ist
– ein Adsorbtionstrockner

Die abgehangene Decke aus Gipskarton etc.!
Die Zeichen der Zeit haben es mit sich gebracht, dass der Innenausbau von Wohnräumen heutzutage mit Gipskartonplatten sowie ähnlichen Trockenbaumaterialien durchgeführt wird. Dieses trifft auch für abgehangene Decken zu, bei denen oft Gipskarton verwendet wird. Sollte nun ausgetretenes Wasser bei einem Wasserschaden eine solche Deckenkonstruktion in Mitleidenschaft ziehen, so ist zu prüfen, welche Teile reparabel und welche zu demontieren ist. Im schlimmsten Fall muss die gesamte Deckenkonstruktion erneuert werden. Kommt es nicht ganz so arg, so ist zu überlegen, ob eine Deckenhohlraum-Trocknung sinnvoll ist, die mit einer anschließenden Sanierung
ihren Abschluss findet. Hierzu kommen folgende Trocknungsmethoden in Frage:

– ein Kondenstrockner, der mit Luftkissen, Turbine oder Gebläse kombiniert wird
– ein Adsorbtionstrockner

An dieser Stelle soll auch vor zu viel persönlichem Ehrgeiz gewarnt werden, denn diese Arbeiten verlangen nach einer spezialisierten Fachfirma, die den Wasserschaden professionell begutachtet sowie entsprechende Maßnahmen auf den Weg bringt.